In meinem Lieblings Buch von John Green “Turtles All The Way Down” kommt ein Erreger vor, den es offensichtlich wirklich gibt. Er wächst im Auge eines Fisches heran. Um sich zu vermehren, muss er in den Darm eines Vogels wechseln. Wenn der Erreger seine Geschlechtsreife bekommt, bringt er den Fisch durch Botenstoffe dazu, näher an der Wasseroberfläche zu schwimmen, um leichter von Vögeln gefressen zu werden. So kommt er in den Darm des Vogels.
Wenn du der Fisch bist, hast du eine Krankheit, den Erreger. Er schickt seine Botenstoffe an dein Gehirn. Es sind aber nicht deine Gedanken und deine Wünsche. Es kommt von außen. Es kommt von einem Lebewesen, das dich töten will, um zu überleben. Mit einer Verhaltenstherapie kannst du lernen, nicht auf deine innere Stimme zu hören. Denn deine innere Stimme, das wären in diesem Falle die Botenstoffe des Erregers.
Wir haben eine Krankheit, aber wir sind nicht unsere Krankheit. Die Krankheit hat eigene Ziele. Genau wie der Virus eigene Ziele hat. Oder wie der Erreger im Auge des Fisches eigene Ziele hat. Wenn der Fisch in der Verhaltenstherapie lernt, dass es immer gefährlich ist, an der Wasseroberfläche zu schwimmen, dann kann er sich schützen. Er muss nur hin und wieder, wenn der Erreger geschlechtsreif ist, seiner inneren Stimme, die ihn an die Wasseroberfläche haben will, widersprechen.
Seit ich das Buch gelesen habe, muss ich immer an dieses Beispiel denken. Vielleicht hilft es euch auch weiter.
